GEISBERG Berlin
Gold/Langer Atem

  • Projekt-Adresse:

    Geisbergstraße 6 – 9 / Welserstraße 14
    10777 Berlin

  • Architekt:

    Ortner&Ortner Baukunst; Landschaftsarchitektur: COQUI MALACHOWSKA COQUI

  • Projektentwickler:

    COPRO Projektentwicklung GmbH

  • Projektkontakt:

    https://copro-gruppe.de

  • Projekthomepage:

    https://geisberg-berlin.de

GEISBERG Berlin

Aus dem 95 Jahre alten, denkmalschützen Post- und Telegrafenamt wurde ein zeitloses Community-Wohnprojekt: das GEISBERG Berlin. Das 1925 errichtete Postgebäude wurde behutsam restauriert, modernisiert, durch ergänzende Flügelgebäude und Aufbauten erweitert und in ein Wohnquartier umgenutzt.
In der Verbindung von neuen und alten, denkmalschützten Gebäudeteilen ist nach sieben Jahren Projektlaufzeit ein Ensemble von stadträumlicher Qualität entstanden.
Es wurde ein Ort geschaffen, an dem architektonische Wertigkeit und nachhaltiges Bauen mit einer neuen Kultur des gemeinschaftlichen Wohnens vereint wird.
Die Community als zentrales Projektkonzept schafft eine neue Wohnkultur in Form einer lebendigen und inspirierenden Hausgemeinschaft – gelebt und erlebbar in unterschiedlichen Räumen für Austausch und Begegnung. So ist die ehemalige Schalterhalle der Community Room mit angeschlossener Community-Küche, in der die Bewohner sich austauschen können. Auch die Hofgärten als grüne City-Oasen, Privatgärten und der Fitnessraum schaffen nachhaltige Lebensräume.
Neben dem Community-Ansatz spielt der Respekt vor den architektonischen und historischen Qualitäten des Baudenkmals bei gleichzeitig energieeffizienter Bauweise eine zentrale Rolle.
Die ursprüngliche Eleganz des Gebäudes wird klar und einfach weitergetragen. Verschiedene Ergänzungen wie die Hofbebauung zur Schule, das Kopfgebäude zur Geisbergstraße und das schmale Kopfgebäude in der Welserstraße bilden mit dem Denkmal ein neues Ensemble.
Die Kopfbauten erhalten hierbei eine wichtige, stadträumliche Funktion: sie erzeugen im Gegensatz zum derzeit fragmentarischen Charakter das Bild einer vollständigen und in sich schlüssigen Anlage in der Stadt, ganz in der Logik des Hobrechtschen Stadtgrundrisses.

Sonderpreis "Langer Atem":

Die Entwicklung des Gebäudeensembles GEISBERG unterlag einem sehr komplexen B-Planverfahren, einem schwierig zu gestaltenden Durchführungsvertrag mit dem Land Berlin, heiklen Denkmalschutzanforderungen und dem Plan, eine vollständige Umnutzung von Gewerbe zu Wohnen zu realisieren.
Maßgebliche Forderungen haben sich aus dem Umgang mit dem Denkmal und der Substanz ergeben. Ein Beispiel ist die Freilegung und Restaurierung eines Deckengemäldes in der ehemaligen Schalterhalle des Postgebäudes.
Der avisierte Zeitplan konnte aufgrund mehrerer unterschiedlicher Vorkommnisse nicht eingehalten werden. So haben nicht erkennbare schadhafte Bausubstanzen des Denkmals den Bauablauf verzögert. Aufwendige Stützensanierungen waren notwendig. Die Tragfähigkeit der Decken war begrenzt, so dass eine Installation eines leichten Bodenaufbaus erforderlich war. Aufgrund der schlechten Substanz wurde noch während der Bauphase umgeplant.
Nicht zuletzt musste der Betrieb der Ortsvermittlungsstelle der Telekom auf 1000 m² innerhalb des Denkmals 24 Stunden an 356 Tagen im Jahr gewährleistet werden.
Eine Projektentwicklung ist nie ein Lauf auf der Kurzstrecke, sondern immer ein Marathon. So gilt bei der Projektentwicklung das Gleiche wie beim Sport: „Athletics is not so much about the legs. It’s about the heart and mind.“ (Marathonrekordhalter Eliud Kipchoge).

©LinusLintner